Wo steht der russische Terrier heute?
Der Russe wird immer beliebter, das sieht man schon an den Zahlen, die der zuständige Verband (KFT) jährlich veröffentlicht.
Die Ziele der Züchter sind, laut deren Angaben, wesensfeste gesunde Hunde, die in vielerlei Bereichen eingesetzt werden können. Schutzdienst, Wachdienst, Blindenhund und als Rettungshund werden sie weltweit eingesetzt. Doch warum in die Ferne schweifen schauen wir uns hier in Deutschland um.
Die meisten deutschen Züchter, züchten Ausstellungshunde, die Elterntiere müssen Hüften haben, die zur Zucht zugelassen werden, wobei seit kurzem ein Hund mit HDC keine Zuchtzulassung mehr bekommt. Wesensfest sollen die Hunde sein. Doch schaut man hinter die Kulissen stellt man fest, das Wesensfest eine Betrachtungssache ist. Da werden Hunde zur Zucht zugelassen, die schon als Welpe ohne Grund gebissen haben, die auch als Erwachsene nur mir Vorsicht zu geniessen sind und das obwohl sie keinen Grund hatten in den Angriff zu gehen.
Die Russen werden auf HD, ED und teilweise auf OCD untersucht, jedoch wird vom Verband nur die HD Untersuchung zwingend vorgeschrieben, im Gegensatz zu anderen Rassen, wenn sie in die Zucht gehen. Es werden Hündinen mit Schilddrüsenproblemen hochgeputscht künstlich befruchtet, warum wohl der Rüde nicht will, sei dahingestellt und man wundert sich dann warum die Würfe es teilweise nicht schaffen oder sehr klein sind.
Aus eigener Erfahrung und auch von einigen anderen Russenbesitzern bestätigt, gibt es immer mehr Probleme mit den Zähnen. Die Hunde werden auf immer größer und kompakter gezüchtet, das Gebiß bleibt teilweise auf der Strecke. Ein Caniniengstand, der sich rauswachsen soll, kommt immer häufiger vor, aber Hauptsache der Hund hat gute Hüften, wurde uns von einem Züchter mitgeteilt. Zähne kann man richten. Zähne kann man richten?
Ja stimmt, kann man, aber dann gehört der Hund nicht mehr in die Zucht. Laut VDH (Verband Deutsches Hundewesen) und KFT darf ein Hund an dessen Zähnen durch Zahnspange der Zahnstand korrigiert werden musste auch nicht eingesetzt werden. Hinter den Kilissen sieht es anders aus, aber die Krähen und die Augen...
Dann ist das Fell ganz wichtig, war es vor Jahren noch gewollt das es hart ist, so haben die Russen heute oftmals ein plüschiges Kuschelfell, das sehr schnell, trotz regelmässiger, intensiver Pflege, verfilzt. Aber es gibt Hilfsmittel die man benutzen kann, damit der Ringrichter das fühlt was er fühlen soll. Und wenn die Farbe doch nicht tief schwarz ist, gibt es Schwarzkopf, nein kein Witz.
Die Russen wurden bis zum Kupierverbot noch kupiert, heute tragen sie wunderschöne Ruten, der Standard dafür ist noch nicht wirklich festgelegt, aber eine leicht geschwungene Rute wird bevorzugt, und wenn die Rute nicht dementsprechend ist, kann man sie ja schienen während des Wachstums, was ich davon halte, sieht man an unserem kleinen Ringelrutenträger.
Der Einsatz der Russen wird von vielen deutschen Züchtern nicht vorgelebt, Sitz, Platz, Fuss, Kommen auf Kommando, das wars auch schon was die Hunde können müssen. Ein großes Spektrum ihrer Leistungsfähigkeit leben die Züchter mit den Hunden nicht vor. Seltenst leben sie als Arbeitshunde, wozu sie eigentlich ursprünglich gezüchtet wurden. Aber welcher zukünftiger Hundebesitzer, der einfach so einen großen, imposanten, schwarzen Hund haben will, möchte auch einen der Kopfgearbeitet werden muss?
Kinderlieb sind sie, wird immer wieder hervorgestellt, das ist jeder Hund egal welcher Rasse, sofern er mit Kindern aufwächst und gut sozialisiert ist.
Wesensfest sollen sie sein, stimmt sind sie, jedoch bedeutet das nicht, das es nicht genug sensibelchen unter ihnen gibt.
Der Markt mit den Russen boomt und sicherlich gehört auch viel Optimismus und Liebe zur Rasse dazu wenn man einen Hund züchtet, es kostet auch einiges um den Hund soweit zu bekommen, Ausstellungsgebühr, Fahrtkosten, Unterbringungskosten, Tierarztkosten usw. . Letzteres ist allerdings vor der Zucht zu vernachlässigen, denn die hat jeder Hundebesitzer.
Zucht bedeutet verantwortungsvolles auswählen von Elterntieren, Betrachtung der Abstammung, Blick hinter die Kulissen und dann eine gute sozial prägende Aufzucht der Welpen. Gerade beim Einsatz von Elterntieren wird einem dann schnell mulmig, wenn man sieht, das Verpaarungen wiederholt werden, und nicht nur einmal, sondern mehrmals, obwohl noch keine Ergebnisse was Gesundheit und Wesen anbelangt vorhanden sind. Es werden Hunde eingesetzt bei denen man weis, das sie gesundheitliche Probleme mitbringen, Immunkrankheiten, schlechte Zähne ,Stresskacker, Terrierzittern..., aber sie haben ja die Zuchtzulassung und daher darf man ja...
Nein es sind nicht alle Züchter so und wem der Schuh passt möge ihn sich anziehen, die schwarzen Schafe gibt es. Ob die verantwortlichen von VDH und KFT, wissentlich dulden oder das Wissen nicht vorhanden ist, weis ich nicht und darüber möchte ich auch keine Meinung abgeben, aber ich würde mir wünschen, das genauer hingeschaut und beobachtet wird.
aktualisiert am 02.06.2009